Meister

Der Meister

Eine handwerkliche Ausbildung bietet eine solide Grundlage und die Möglichkeit, sich in seinem Bereich zu verwirklichen. Wem das allerdings noch nicht reicht, wer eine größere Herausforderung sucht oder sich sogar mit einem eigenen Geschäft selbstständig machen möchte, der ist mit einem Meister Titel genau richtig.

Der Meistertitel bietet im handwerklichen und auch im künstlerischen Bereich den höchsten Abschluss. Damit ist es nicht nur möglich sich selbstständig zu machen und auch Lehrlinge auszubilden, sondern steht auch auf gleicher Ebene wie ein Bachelor-Abschluss.
Je nach Bereich, in dem ein Meistertitel angestrebt wird, bietet sich als Alternative auch ein Techniker als weitergehender Abschluss.

Der Meister – die Geschichte und der Stand

Entstanden ist der Meistertitel schon sehr früh und gründet auf den Traditionen und den Zusammenschlüssen der Zünfte, die es schon seit dem Mittelalter gibt. Gerade in dieser Zeit bildeten die Handwerker einen sehr bedeutenden Teil der Gesellschaft. Im heiligen römischen Reich bildete sich dann aus den verschiedenen Handwerksmeistern eine eigene soziale Gruppe in der Gemeinschaft der Städte. Diese Zusammenschlüsse nannten sich das „zünftige Handwerk“, die dann auch schon die 3 Entwicklungsstufen im Bereich des Handwerks beschreiben. Den Lehrling, den Gesellen und eben den Meister. Allerdings standen nur dem Meister alle Zunft- und Bürgerrechte innerhalb der Gesellschaft zu.
Die Industrialisierung sorgte für viele Umstrukturierungen und sorgte für viele Verluste an Rechten auch im Handwerk. Trotzdem konnte die 3-stufige Einteilung im Handwerk auch diese schwere Zeit überstehen und sich durchsetzen. Der Erfolg und die gute Qualität, die dies mit sich brachte, breiteten sich sogar auf andere Bereiche und Wirtschaftsbereiche aus. So steht der Meister als Vorbild für viele andere Ausbildungsmodelle, die wir heute noch kennen.

Früher gehörte das Handwerk zu den lebenswichtigen Arbeitsbereichen und dementsprechend genoss auch der Meistertitel einen sehr hohen Stand und Anerkennung innerhalb der Gesellschaft. Aber auch heute noch ist der Meister einer der höchsten Abschlüsse, die im Handwerk möglich sind, und genießt immer noch ein sehr hohes Ansehen. Der Meister Titel ist ein gesetzlich geschützter Titel, der mit dem Meisterbrief, der amtlichen Urkunde, verliehen wird und viele Türen öffnet. Nicht nur die Selbstständigkeit und die Möglichkeit, Lehrlinge auszubilden, sondern auch verschiedene leitende Positionen und Verantwortung für Personal ermöglicht der Meister Titel auch im industriellen Bereich.

Heute gilt der Meister Titel im Berufsbildungsgesetz und auch nach der Handwerksordnung eine Aufstiegsausbildung. Um diese Aufstiegsausbildung absolvieren zu können, ist in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung im betreffenden Bereich nötig, auf die der Meistertitel aufbauen kann. Hier gibt es allerdings auch Ausnahmen, die auch ohne eine Ausbildung, die in Europa anerkannt ist, ermöglichen einen Meistertitel zu erlangen. Dafür sind in der Regel eine langjährige Berufserfahrung nötig, und andere Voraussetzungen. Diese Ausnahmeregelungen müssen individuell betrachtet werden.

Um einen Meistertitel in einem fachfremden Bereich zu erlangen, in dem eine abgeschlossene Ausbildung vorliegt, reicht in der Regel mehrjährige Berufserfahrung aus, aber auch hier muss eine Ausnahmegenehmigung vorliegen.

Meistertitel gibt es in vielen verschiedenen Bereichen des Handwerks, der Industrie, im Kunstwerk und auch in der Forst- und Landwirtschaft. Damit bietet sich für unzählige Berufe eine Möglichkeit, sich so weiterzubilden und berufliche Fortschritte zu machen.
Aber nicht nur der Meister, sondern auch der Techniker bietet sich in vielen Bereichen an. Was genau hier der Unterschied ist und wie der Meister Titel gewertet wird, erfahren Sie jetzt.

Meister oder Techniker

Generell lässt sich hier gleich einmal zu Beginn sagen, dass sowohl der Meister als auch der Techniker als Weiterbildung gleichwertig anerkannt werden und beide auf gleicher Ebene mit dem Bachelor-Abschluss stehen, der mittels eines Studiums erreicht werden kann.
Beide Abschlüsse bieten zudem die Möglichkeit als Grundlage für eine weitere Weiterbildung zum Beispiel als Betriebswirt zu dienen und öffnen so noch weitere Zukunftsaussichten und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten.

Die Inhalte der beiden Ausbildungen unterscheiden sich jedoch in der Gewichtung der verschiedenen Bereiche.

Der Techniker:

Die Weiterbildung zum Techniker ist im Gegensatz um Meister deutlich intensiver auf den theoretischen Teil der Ausbildung ausgelegt. Hier haben Hauptfächer wie zum Beispiel Mathe und Deutsch eine deutlich schwerere Gewichtung und auch der praktische Teil, der für den Meistertitel sehr bedeutend ist, fällt hier deutlich theoretischer aus. Für den Abschluss als Techniker ist nur eine deutlich abgeschwächte Variante des Werkstückes, Meisterstückes, oder sogar gar kein Meisterstück nötig. Dafür liegen hier die Schwerpunkte auf der theoretischen Auseinandersetzung, mit den Grundlagen und den Hintergründen also der Konstruktion, der Technik und den zugrunde liegenden Berechnungen.

Der Meister:

Der Meistertitel hingegen ist deutlich praktischer ausgelegt und für den Abschluss und den so begehrten Meistertitel ist am Ende immer ein Meisterstück, das eine Abschlussarbeit aus den jeweiligen Bereichen, darstellt nötig. In der Meisterausbildung ist genau dieser Bereich von enormer Wichtigkeit und genießt auch in der Öffentlichkeit immer noch einen sehr bedeutenden Stand.

Welche Ausbildung also nun die Passende für die eigene Zukunft und die Pläne ist, ist meistens abhängig von den angestrebten Anstellungsmöglichkeiten und Stellen, die bevorzugt werden. Denn die Inhalte geben schon die späteren Einsatzmöglichkeiten vor. Während der staatliche Techniker meist eher in Betrieben als Bindeglied zwischen der Geschäftsleitung und der Produktion eingesetzt wird, werden Meister während der Ausbildung intensiv darauf vorbereitet, ein eigenes Unternehmen zu führen und auch Lehrlinge auszubilden.

Genau daraus ergeben sich auch die Unterschiede der Intensivität der Ausbildungsinhalte. Der Techniker konzentriert sich auf die theoretischen Abläufe, während der Meister eher praktisch arbeitet. Genau wie es später auch die unterschiedlichen Aufgaben verlangen.

Der Meistertitel und die Selbstständigkeit

Wie bereits erwähnt, ist der Meister ein Titel, der es ermöglicht, einen eigenen Betrieb aufzubauen und dann auch Lehrlinge ausbilden zu können. Natürlich ist dies nicht die einzige Möglichkeit seinen Meister Titel einsetzen zu können. Auch ein Meister in einem Betrieb ermöglicht, größere Aufgaben und Verantwortungsbereiche und vor allem die Aufgabe die Lehrlinge auszubilden.

Wichtig ist es allerdings zu wissen, dass es für die Selbstständigkeit im handwerklichen Bereich strenge Vorgaben gibt und zahlreiche Bereiche einen Meistertitel voraussetzen, um sich überhaupt selbstständig machen zu können.

Um diese Voraussetzung erfüllen zu können, ist entweder ein eigener Meistertitel nötig oder es muss ein Meister als Betriebsleiter eingestellt werden.

Aber nicht nur die Vorgaben machen dem Meister Titel so wichtig, sondern vor allem auch die Aussage Kraft über die Qualität eines Unternehmens wird mit dem Meistertitel deutlich hervorgehoben.